Schallschutz bei Glastrennwänden:
Aufbau, Rw-Werte und Normen
Moderne Büro- und Praxiswelten sollen Offenheit, Transparenz und Tageslicht fördern, ohne dabei Konzentration, Vertraulichkeit oder Diskretion zu beeinträchtigen. Ob eine Glastrennwand diese Anforderungen erfüllt, hängt jedoch nicht von der Glasdicke allein ab. Entscheidend ist
das Zusammenspiel aus Glasaufbau, Türsystemen, Anschlussdetails und der gesamten Konstruktion.
Das Wichtigste in Kürze
- Glastrennwände erreichen je nach Aufbau Schallschutzwerte von etwa 30 dB bis über 45 dB.
- Für klassische Bürobereiche werden häufig 37 bis 40 dB geplant, für vertrauliche Besprechungs-, Praxis- oder Beratungsräume meist 42 bis 47 dB und mehr.
- Der Schallschutz wird nicht allein durch die Glasstärke bestimmt, sondern durch das Zusammenspiel von Glasaufbau, Zwischenschichten, Dichtungen und Anschlüssen.
- Türen haben oft größeren Einfluss auf die Gesamtleistung als die Verglasung selbst.
- Relevante Regelwerke sind unter anderem DIN 4109, VDI 2569, DIN EN ISO 10140 und DIN EN 12758.
- Entscheidend ist der nachgewiesene Schallschutz des Gesamtsystems, nicht die Spezifikation einzelner Komponenten.
- DFW plant herstellerunabhängig und wählt die Systeme, die die geforderten Schallschutzwerte für das jeweilige Projekt zuverlässig erreichen.
Dieser Überblick zeigt, welche Schallschutzwerte mit Glastrennwänden erreichbar sind, welche Normen und Richtlinien relevant sind und worauf es bei der Planung wirklich ankommt.
Warum Schallschutz bei Glastrennwänden mehr ist als Glasdicke
Ein häufiger Irrtum lautet: Je dicker das Glas, desto besser der Schallschutz. Tatsächlich spielt die Dicke zwar eine Rolle, sie ist jedoch nur einer von mehreren Einflussfaktoren.
Für die akustische Leistung entscheidend sind:
- Glasart und Glasaufbau
- Verbundsicherheitsglas mit Schalldämmfolien
- Scheibengewicht und Materialeigenschaften
- Einfach- oder Doppelschalensysteme
- Türsysteme und Dichtungen
- Anschlussdetails an Boden, Decke und Wände
- Qualität der Montage
Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren bestimmt den tatsächlich erreichbaren Schalldämmwert.
Was bedeutet der Rw-Wert?
Der Schalldämmwert Rw (bewertetes Schalldämm-Maß) beschreibt die Fähigkeit eines Bauteils, Luftschall zu reduzieren. Je höher der Wert, desto besser wird die Schallübertragung zwischen zwei Räumen reduziert.
| Anwendung | Typischer Rw-Wert |
|---|---|
| Open-Space-Bereiche | ca. 32–35 dB |
| Einzelbüros | ca. 35–40 dB |
| Besprechungsräume | ca. 38–45 dB |
| Arztpraxen und Beratungsräume | ca. 42–47 dB |
| HR-, Kanzlei- oder Managementbereiche | ab 45 dB |
Die erforderlichen Werte hängen immer von Nutzung, Raumgröße und Vertraulichkeitsgrad ab.
Welche Normen und Richtlinien sind relevant?
Wer Glastrennwände für Büro-, Praxis- oder Verwaltungsräume plant, sollte neben den
technischen Eigenschaften auch die relevanten Normen und Richtlinien kennen. Sie bilden die Grundlage für die Bewertung, Planung und den Nachweis der schalltechnischen Leistungsfähigkeit eines Systems.
DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau
Die DIN 4109 definiert die bauordnungsrechtlichen Mindestanforderungen an den Schallschutz in Gebäuden. Sie dient als grundlegender Maßstab, wenn es um die schalltechnische Trennung von Räumen und Nutzungseinheiten geht.
VDI 2569 – Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro
Die VDI 2569 richtet sich speziell an Büro- und Verwaltungsgebäude. Sie gibt Empfehlungen für eine akustisch angenehme Arbeitsumgebung und nennt Orientierungswerte für
unterschiedliche Raumtypen und Vertraulichkeitsstufen.
DIN EN ISO 10140 – Messung der Schalldämmung
Diese Norm beschreibt die Laborprüfungen zur Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes (Rw). Nur auf Basis dieser standardisierten Messverfahren lassen sich Schallschutzwerte verschiedener Hersteller objektiv vergleichen.
DIN EN 12758 – Schallschutzverglasung
Die DIN EN 12758 regelt Anforderungen und Leistungsmerkmale von Schallschutzverglasungen als Bauprodukt. Sie bildet die technische Grundlage für die Bewertung von schalldämmenden Glasaufbauten.
Die häufigste Schwachstelle: die Tür
In der Praxis wird der Schallschutz oft nicht durch die Glasfläche begrenzt, sondern durch die Türanlage. Selbst hochwertige Verglasungen können ihr Potenzial nicht ausschöpfen, wenn Türblätter, Zargen oder Dichtungen nicht auf den geforderten Schallschutz abgestimmt sind.
Deshalb sollte das Schallschutzkonzept immer als Gesamtsystem betrachtet werden. Verglasung, Türsystem und Anschlüsse müssen aufeinander abgestimmt sein, damit die gewünschten Werte tatsächlich erreicht werden.
Herstellerunabhängige Planung für den passenden Schallschutz
Nicht jedes System eignet sich für jede Anforderung. Während in offenen Bürobereichen häufig Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen, verlangen Besprechungsräume, Arztpraxen oder Beratungsbereiche deutlich höhere Schalldämmwerte.
DFW vergleicht deshalb die Systeme aller relevanten Hersteller und wählt die Lösung, die den geforderten Schallschutz nachweisbar erfüllt. So entsteht kein Kompromiss aus Standardkomponenten, sondern eine auf Nutzung, Architektur und Budget abgestimmte Gesamtlösung.
Was bedeutet der Rw-Wert und warum ist er wichtig?
Der Rw-Wert (bewertetes Schalldämm-Maß) beschreibt, wie effektiv eine Glastrennwand Luftschall zwischen zwei Räumen reduziert. Angegeben wird er in Dezibel (dB). Grundsätzlich gilt: Je höher der Rw-Wert, desto weniger Schall wird von einem Raum in den nächsten übertragen.
Die Ermittlung erfolgt unter standardisierten Laborbedingungen nach DIN EN ISO 10140. Dadurch lassen sich die Schallschutzwerte unterschiedlicher Systeme objektiv vergleichen und als verlässliche Planungsgrundlage nutzen.
Für die Praxis ist wichtig zu wissen, dass der Schallschutz nicht allein von der Glasdicke abhängt. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
- Glasart und Glasaufbau
- Verbundsicherheitsglas mit Schalldämmfolie oder Spezialzwischenschicht
- Gewicht und Steifigkeit der Scheiben
- Anschlussdetails und Dichtungssysteme
- Türsysteme und Beschläge
So können zwei Glastrennwände mit identischer Glasdicke durchaus unterschiedliche Schalldämmwerte erreichen. Ausschlaggebend ist daher immer die Leistung des gesamten Systems und nicht die Stärke einer einzelnen Scheibe.
Rw-Werte-Tabelle: Was leisten unterschiedliche Glasaufbauten?
Der erreichbare Schallschutz einer Glastrennwand wird maßgeblich durch den Glasaufbau bestimmt. Neben der Glasstärke spielen insbesondere das Scheibengewicht, die Zusammensetzung des Verbundsicherheitsglases sowie spezielle Schalldämmfolien eine wichtige Rolle.
| Glasaufbau | Typischer Rw-Wert* | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Einfachglas 6–8 mm | ca. 29 dB | Einfache Raumabtrennungen ohne besondere Schallschutzanforderungen |
| Einfachglas 8–10 mm ESG | ca. 31–33 dB | Open-Space-Bereiche, Sichtschutz ohne hohe Anforderungen an Akustik |
| Verbundsicherheitsglas (VSG) Standard | ca. 33–36 dB | Einzelbüros, Besprechungszonen |
| VSG mit Schalldämmfolie | ca. 37–42 dB | Büros, Besprechungsräume, Beratungsbereiche |
| Akustik-VSG mit Spezialfolie oder Schallschutzharz | ca. 42–45 dB | Konferenzräume, Arztpraxen, Kanzleien |
| Doppelschalige Glastrennwand | ca. 45–50 dB+ | Höchste Anforderungen an Diskretion und Vertraulichkeit |
| Speziallösungen mit erhöhtem Schallschutz | > 50 dB | Individuelle Sonderanwendungen |
* Die Werte dienen der Orientierung. Der tatsächlich erreichbare Schallschutz hängt vom Gesamtsystem einschließlich Türanlagen, Dichtungen, Anschlussdetails und der Qualität der Montage ab.
Was bedeuten die dB-Werte in der Praxis?
Schallschutzwerte werden in Dezibel (dB) angegeben. Je höher der Rw-Wert einer
Glastrennwand, desto stärker werden Gespräche und andere Geräusche zwischen zwei Räumen reduziert. Entscheidend ist dabei weniger, ob noch etwas hörbar ist, sondern ob Inhalte noch verstanden werden können.
| Rw-Wert | Wahrnehmung in der Praxis |
|---|---|
| ca. 30–35 dB | Gespräche sind außerhalb des Raums meist noch wahrnehmbar und teilweise verständlich. Geeignet für offene Bürobereiche und allgemeine Raumtrennung. |
| ca. 35–40 dB | Stimmen sind deutlich gedämpft, einzelne Wörter können jedoch noch verstanden werden. Typisch für Einzelbüros und interne Besprechungsräume. |
| ca. 40–45 dB | Gespräche sind außerhalb des Raums nur noch schwer verständlich. Gut geeignet für Besprechungsräume, Beratungsräume und viele Praxisanwendungen. |
| ab 45 dB | Hohe Sprachdiskretion. Gespräche werden außerhalb meist nur noch als leises Hintergrundgeräusch wahrgenommen. Empfehlenswert für HR-Bereiche, Kanzleien, Arztpraxen und vertrauliche Besprechungen. |
| ab 50 dB | Sehr hoher Schallschutz für besonders sensible Bereiche mit erhöhten Anforderungen an Vertraulichkeit. |
Deshalb sollte der erforderliche Schallschutz immer auf die jeweilige Nutzung abgestimmt werden. Während für einen Open-Space-Bereich oft 35 dB ausreichen, sind für Personalgespräche, Behandlungszimmer oder vertrauliche Beratungen häufig 45 dB oder mehr sinnvoll.
Wie wird eine Glastrennwand akustisch wirksam?
Der Schallschutz einer Glastrennwand hängt nicht allein von der Glasdicke ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Glasgewicht, Glasaufbau und den schalldämmenden Zwischenschichten innerhalb der Verglasung.
Grundsätzlich gilt: Je höher die Masse des Glases, desto besser die Schalldämmung. Für höhere Anforderungen kommen jedoch meist Verbundsicherheitsgläser (VSG) mit speziellen Akustikfolien oder Schallschutz-Gießharzen zum Einsatz. Diese reduzieren die Schwingungsübertragung im Glas und verbessern die Schalldämmung deutlich.
Auch die Systemkonstruktion spielt eine wichtige Rolle. Je nach Anforderung werden einschalige Ganzglaswände, Akustikverglasungen oder doppelschalige Systeme eingesetzt. Welcher Aufbau sinnvoll ist, hängt von den geforderten Rw-Werten, der Architektur und dem Budget ab.
Deshalb betrachtet DFW immer das Gesamtsystem aus Glas, Tür und Anschlüssen und wählt herstellerunabhängig die Lösung, die die geforderten Schalldämmwerte für das jeweilige Projekt nachweisbar erreicht.
Häufige Fragen zum Schallschutz bei Glastrennwänden
Was bedeutet der Rw-Wert bei Glastrennwänden?
Der Rw-Wert (bewertetes Schalldämm-Maß) beschreibt, wie stark eine Trennwand den
Luftschall zwischen zwei Räumen reduziert. Er wird in Dezibel (dB) angegeben. Je höher der Wert, desto besser die Schalldämmung. Für die Praxis ist vor allem entscheidend, ob Gespräche außerhalb des Raums noch verständlich sind oder nicht.
Welcher Rw-Wert ist für mein Projekt sinnvoll?
Das hängt von der Nutzung des Raums ab. Während in offenen Bürobereichen häufig 32 bis 37 dB ausreichen, werden für Besprechungsräume meist 37 bis 44 dB und für Arztpraxen, Kanzleien, HR-Abteilungen oder Managementbereiche häufig 45 dB und mehr empfohlen. Maßgeblich ist immer der gewünschte Grad an Vertraulichkeit und Sprachdiskretion.
Was ist der Unterschied zwischen Rw-Wert und Glasdicke?
Die Glasdicke beeinflusst den Schallschutz, bestimmt ihn jedoch nicht allein. Der Rw-Wert ergibt sich aus dem gesamten Systemaufbau, also aus Glasart, Verbundaufbau, Akustikfolien, Dichtungen, Türsystemen und Anschlussdetails. Zwei Verglasungen mit gleicher Glasdicke können deshalb unterschiedliche Schalldämmwerte erreichen.
Welche Norm gilt für den Schallschutz bei Glastrennwänden?
Für die Planung sind insbesondere die DIN 4109, die VDI 2569, die DIN EN ISO 10140 sowie die DIN EN 12758 relevant. Während die DIN 4109 Mindestanforderungen definiert, liefert die VDI 2569 praxisnahe Empfehlungen für Büro- und Verwaltungsgebäude.
Warum ist die Tür oft die größte Schwachstelle beim Schallschutz?
Selbst eine hochschalldämmende Verglasung kann ihre Leistung nur dann entfalten, wenn auch die Tür entsprechend ausgeführt wird. Türblatt, umlaufende Dichtungen und insbesondere die Bodendichtung haben oft größeren Einfluss auf den tatsächlichen Schallschutz als die Verglasung selbst.
Lässt sich der Schallschutz einer bestehenden Glastrennwand nachträglich verbessern?
In vielen Fällen ja. Je nach System können beispielsweise Türen optimiert, Dichtungen nachgerüstet oder Verglasungen ausgetauscht werden. Welche Maßnahmen wirtschaftlich und technisch sinnvoll sind, hängt von der vorhandenen Konstruktion ab.
Was kostet eine schallgedämmte Glastrennwand?
Die Kosten hängen vom gewünschten Schallschutzwert, dem Glasaufbau, den Türsystemen sowie der Projektgröße ab. Eine pauschale Preisangabe ist daher wenig aussagekräftig. Eine belastbare Einschätzung ergibt sich erst aus den konkreten Anforderungen des jeweiligen Projekts.
Können rahmenlose Ganzglaswände hohe Schallschutzwerte erreichen?
Ja. Moderne Ganzglaswandsysteme mit Akustik-PVB-Folien oder speziellen Schallschutz-Gießharzen erreichen je nach Aufbau Schallschutzwerte von über 45 dB. Welche Lösung geeignet ist, hängt von den Anforderungen an Akustik, Design und Budget ab.
Reicht eine schallgedämmte Glaswand für vertrauliche Gespräche aus?
Für viele Besprechungsräume, Arztpraxen, Kanzleien oder Personalabteilungen ja. Entscheidend ist jedoch immer die Betrachtung des gesamten Systems aus Verglasung, Tür und Anschlüssen. Nur so lässt sich die gewünschte Sprachdiskretion zuverlässig erreichen.
Warum plant DFW herstellerunabhängig?
Weil nicht jedes System für jede Anforderung die optimale Lösung ist. DFW vergleicht die Systeme aller relevanten Hersteller und wählt die Kombination, die die gewünschten Schallschutzwerte, gestalterischen Anforderungen und Budgetvorgaben für das jeweilige Projekt am besten erfüllt.